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Bendemann, Eduard Julius F.
Berlin 3.12.1811 - 27.12.1889 Düsseldorf

Biographie

Als Sohn eines Bankiers begann Bendemann sein Studium bei Wilhelm v. Schadow in Berlin, dem er zusammen mit Julius Hübner nach Düsseldorf folgte, wohin dieser als Akademielehrer berufen worden war. 1830/31 reister er mit Schadow nach Italien und hielt sich dort vor allem in Rom auf. Anschließend lebte er einige Jahre in Düsseldorf und übersiedelte dann nach Berlin, wo er Schadows Schwester heiratete. 1838 wurde er als Professor an die Dresdener Akademie berufen, 1843 zum Mitglied der Kasseler Akademie ernannt. 1859 kam er nach Düsseldorf, wo er nach Schadows Rücktritt bis 1867 Akademiedirektor war. Aus gesundheitlichen Gründen trat er in den Ruhestand, blieb aber in Düsseldorf weiterhin tätig.
Neben Wilhelm von Schadow zählt Bendemann zu den Hauptvertretern der nazarenisch-romantischen Richtung der Düsseldorfer Malerschule.

Knackfuß 1908, S. 195; Thieme-Becker 3 (1909), S. 300-301; Kat. Düsseldorf 1969, S. 47-50; Ausst.-Kat. Düsseldorf 1979, S. 262-265; Bruckmann 1997-1998 1, S. 110-116.

Odysseus und Penelope
bez. u.l.: E.Bendemann 1860
Material: Steinpappe
Maße: 86,8 x 55,5 cm
Datierung: 1860
Provenienz: übernommen 1911 vom Kasseler Kunstverein
Inv.-Nr.: AZ 666


Dargestellt ist Odysseus' Heimkehr zu seiner Gattin Penelope, die ihm währnd seiner 20-jährigen Abwesenheit die Treue gehalten hatte. Odysseus sitzt mit einem hellen Gewand und einem Pilos (einer Reisekappe) bekleidet, mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einem Stuhl und wird von seiner herbeieilenden Gattin, deren roter Mantel über dem hellen Gewand herabgeglitten ist, umfangen. Die Szene ist durch eine in der oberen linken Bildecke herabhängende Lampe stimmungsvoll beleuchtet. Durch ein umranktes Fenster blickt man in einen nächtlichen Burghof. Unterhalb der Darstellung ist ein schmaler gemalter Fries mit toten und gefesselten männlichen und weiblichen Figuren sockelartig hinzugefügt, der als Hinweis auf Odysseus' überstandene Todesgefahren verstanden werden kann. Das Bild wurde von dem Kasseler Graphiker Georg Koch (1819-1899) in einer Lithographie reproduziert, die der Sächsische Kunstverein Dresden 1861 als Jahresgabe verteilte (Ausst.-Kat. Dresden 1928, S. 86, 175).

Ahnert I, Nr. 167; Pecht 3 (1881), S. 282; Kramm 1935, S. 31; Ausst.-Hefte Kassel 1/1952, Kat.-Nr. 12.

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