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Wünnenberg, Carl
Ürdingen 10.11.1850 - 11.2.1929 Kassel

Biographie

Als Sohn des Landschaftsmalers Walther Wünnenberg wurde Carl mit 17 Jahren Schüler der Düsseldorfer Akademie bei Wilhelm Sohn, Ernst Deger und Eduard v. Gebhardt. Er war befreundet mit Louis Kolitz, der ihn später nach Kassel zog. 1876-1880 folgten längere Romaufenthalte und Reisen nach Paris. Ab 1882 als Professor an die Kasseler Akademie berufen, lebte er auch zeitweilig in Rom. 1914-1917 gestaltete er den (1954 entfernten) Figurenfries "Töchter des Danaos" im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums in Kassel. Eine dazugehörige Aquarellstudie bewahrt die Graphische Sammlung. Neben Gemälden schuf er auch Plastiken, die meist im Modellzustand verblieben. Wegen eines Augenleidens, das schließlich zu völliger Erblindung führte, musste er seine künstlerische Arbeit frühzeitig aufgeben.
In den städtischen Akten findet sich im Jahre 1937 der Hinweis, dass der Bildhauer Fritz Cauer ein Grabmal für Wünnenberg plane, dessen Ausführung jedoch nicht zustande kam.

Nachruf im Kasseler Tageblatt 13.2.1929, Nr. 44; Thieme-Becker 36 (1947), S. 290-291; Bruckmann 1997-1998 3, S. 451-452, Abb. 452.

Madonna mit Kind und zwei musizierenden Hirten
bez. u.r.: C.WÜNNENBERG
Material: Leinwand
Maße: 172,5 x 128,2 cm
Datierung: 1895
Provenienz: erworben 1943 von Charlotte Schick, Kassel
Inv.-Nr.: AZ 1178


Die Gottesmutter sitzt auf einer Steinmauer vor einem Hang, der mit Heidekraut bewachsen und oben von Bäumen abgeschlossen ist, und hält den auf ihrem Schoß stehenden Jesusknaben. Er streckt den beiden Hirtenjungen, die links vor der Gottesmutter Dudelsack und Flöte spielen, seine rechte Hand entgegen.
Der sentimentale Ausdruck erinnert an Gemälde von Wünnenbergs Düsseldorfer Lehrer Eduard v. Gebhardt und trotz unterschiedlicher Maltechnik an die gleichzeitige französische Salonmalerei, z.B. des Adolphe William Bouguereau.

Boetticher II/2, S. 1041, Nr. 17; Ausst.-Kat. Internationale Kunstausstellung im Königlichen Glaspalast, München 1897, S. 136, Kat.-Nr. 1859, Abb. 25.

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