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Breithaupt, Berta von
Kassel 28.9.1847 - 11.4.1904 Kassel

Biographie

Porträt Friedrich Wilhelm Breithaupt
Material: Leinwand
Maße: 72,5 x 56 cm
Datierung: 1865 - 1875
Provenienz: übernommen aus der Sammlung der Brüder Murhard, Kassel
Inv.-Nr.: AZ 837


Halbfigur in braunem Rock, mit weißem Halstuch und weißer Halsbinde und dunklem, nach vorn gekämmten Haar. Breithaupts linker Arm ruht auf einer Kreisteilmaschine, die Hand hält eine dazugehörige Stellschraube.
Friedrich Wilhelm Breithaupt (1780-1855), war der zweite Sohn des 1799 in Kassel verstorbenen Hofmechanikers Johann Christian Breithaupt, des Begründers der Firma Breithaupt. Der Vater war verheiratet mit Susanne, geb. Strack, der Nichte Johann Heinrich Tischbeins d.Ä. und der Schwester des oldenburgischen Hofmalers Ludwug Philipp Strack (1781-1836).
Breithaupt musste, obwohl seine Neigungen der Malerei galten, nach dem Tode des Vaters in dessen Werkstatt eintreten. 1803 wurde er von Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel zum Adjunkten des damaligen Hofmechanikers Ernst Mathias Stolz, 1806 zum Bergmechanikus ernannt. 1809 erhielt er den Titel "Ingénieur mécanicien des Mines". Ab 1813 war Breithaupt als Münzmeister, seit 1818 als Münzmechanikus und seit 1819 auch als Hofmechanikus in Kassel tätig. Von Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel erhielt Breithaupt vor allem für die Konstruktion seiner Kreisteilmaschine eine goldene Medaille. Durch seine Erfindungen und Verbesserungen auf dem Gebiet der Feldmeßgeräte (Theodolite) und durch Publikationen über geodätische Instrumente hat er die Firma zu großem Ansehen gebracht. 1851 trat er aus der Firma aus.
Breithaupt war auch als Sammler tätig. Zu seinen Freunden gehörte der Kupferstecher Georg Valentin Friedrich Nahl, der Breithaupt auch porträtierte. Nach dieser Zeichnung wurden Lithographien angefertigt, die Breithaupt eigenhändig unterschrieb und verschenkte. Wahrscheinlich dienten Zeichnung und Lithographie der Malerin als Vorlage für das spätere Gemälde.

Hoffmeister-Prior 1885, S. 13; Th. Breithaupt, Chronik der Familie Brauthaupt Bd. 1, 1898, S. 157-158; W. Breithaupt, Die Aufstellung des Breithauptschen Theodolits mit Signalen in der Grube, Itzehoe 1911; Kirchvogel, Die Feinmechaniker-Familie Breithaupt, in: Lebensbilder 1 (1939), S. 42-45; G. Breithaupt (Hrsg.), Friedrich Wilhelm Breithaupt. Kurhessischer Hofmechanikus und Münzmeister (anläßlich des 200-jährigen Bestehens der Firma F.W. Breithaupt und Sohn), Kassel 1962, Abb. S. 2; L. von Mackensen, Feinmechanik aus Kassel, 225 Jahre F.W. Breithaupt und Sohn. Festschrift und Ausstellungsbegleiter, Kassel 1987.

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