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Glinzer, Carl
Breitenau/Fulda 2.2.1802 - 28.4.1878 Kassel

Biographie

Ersten Zeichenunterricht erhielt Glinzer schon während des Schulbesuches in Kassel, später war er Schüler der privaten Zeichenschule von Justus Krauskopf. 1820 ging er über Frankfurt/Main an die Akademie nach München. Im Herbst 1822 kehrte Glinzer über Nürnberg und Thüringen nach Kassel zurück. 1825 reiste er über Brüssel nach Paris, wo er im Atelier Antoine Jean Gros' studierte. Nach seiner Rückkehr war er als freier Maler tätig. 1833/34 unternahm er mit Justus Krauskopf eine Studienreise nach Italien. Nach der Jahrhundertmitte war Glinzer als Lehrer in Kassel tätig. Er unterhielt eine private Zeichenschule, gab Unterricht an der Jathoschen Töchterschule und später an der Städtischen Realschule. Neben August von der Embde gehört er zu den bedeutendsten Bildnismalern des Biedermeier in Kassel. Er schuf Porträts, religiöse Hostorien- und Genrebilder, Landschafts- und Naturstudien sowie Lithographien. Glinzer veröffentlichte einige Schriften zur Ausbildung des Künstlers, z. B. "20 Wandtafeln, nach natürlichen Pflanzenblättern gezeichnet", 1875, und "Der Elementar-Zeichenunterricht nach Dictaten, allein mögliche Unterrichts-Methode im eng zugemessenen Raum der Volksschule", Kassel 1868 (Separat-Druck).

E. Glinzer, Carl Glinzer (Hessische Künstler 1), Kassel 1917; Thieme-Becker 14 (1921), S. 256; Herzog 1985, S. 324.

Selbstbildnis
bez. M.l.: Glinzer 1833
Material: Leinwand
Maße: 50,7 x 39,3 cm
Datierung: 1833
Provenienz: erworben 1905 als Geschenk von Dr. Ernst Glinzer und Johanna Glinzer, den Kindern des Malers
Inv.-Nr.: 1875/1175


Brustbild in braunrotem Rock mit schwarzem, samtbesetztem Revers, weißem Hemd und blau-rot changierendem Tuch. Glinzer trägt halblanges, blondes Haar, einen Oberlippen- und Kinnbart.
Gegenüber den beiden Porträts von 1823 und 1824 (vgl. AZ 1077 und AZ 1077 a) ist das Selbstbildnis malerischer ausgeführt und mehr auf Hell-Dunkel-Wirkung bedacht. Der stilistische Wandel erklärt sich aus Glinzers Parisaufenthalt 1825.

Kat. Kassel 1913, S. 25, Nr. 826; E. Glinzer, Carl Glinzer (Hessische Künstler 1), Kassel 1917, S. 3, Abb. 7; Kat. Kassel 1929, S. 30, Nr. 826; Ausst.-Hefte Kassel 12/1965, Kat.-Nr. 61, Abb. S. 41; Ausst.-Kat. Kassel 1996, Kat.-Nr. 35.

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