Knaus, Ludwig


1829 - 1910

Name: Knaus, Ludwig
Nationalität: D
Lebensdaten: 1829 - 1910
Geburtsort: Wiesbaden, Deutschland, 5.10.1829
Todesort: Berlin, Deutschland, 7.12.1910
Beruf: Maler/in


Knaus war 1846-1852 Schüler der Düsseldorfer Akademie, u. a. bei Carl Sohn und Wilhelm v. Schadow. Besonders interessierte ihn das holländische Genre, dem er sich auch als Sammler widmete. 1848 studierte er, angeregt durch Jakob Fürchtegott Dielmann für einige Monate in Willingshausen das bäuerliche Leben in der Schwalm, wohin er später wiederholt zurückkehrte. Zwischen 1852 u. 1857 machte er Bekanntschaft mit der Schule von Barbizon und weilte in Paris, Belgien, London, Böhmen und der Schweiz. 1857/58 folgte ein Italienaufenthalt, anschließend weitere Reisen nach Paris, London und Belgien. 1861-1866 arbeitete er in Berlin, von wo er Studienreisen nach Hessen, Tirol und in den Schwarzwald unternahm. 1867-1874 war er in Düsseldorf tätig. 1874 folgte Knaus einem Ruf an die Berliner Akademie und übernahm ein neu gegründetes Meisteratelier, dessen Leitung er 1882 niederlegte.
Seine auf scharfer Beobachtung beruhende psychologische Charakterisierung bei weicher und lockerer Malweise und seine koloristische Auffassung ließen Knaus früh zum Vorbild für die Düsseldorfer Schule werden. Diese Begabung zeigte sich vor allem in den Idyllen kleinen Formats und den Porträts der Jahrhundertmitte. Die Zeit von 1860 bis zur endgültigen Übersiedlung nach Berlin gehört zu seiner künstlerisch erfolgreichsten. Auch die zeitgenössische Kunstkritik machte ihn neben Menzel zum Hauptrepräsentanten deutscher Malerei. In der Zeit nach 1874 wandte er sich, der Genremalerei müde, anderen Themen zu, wobei die warme Tonigkeit einer stärkeren Graumalerei wich.

L. Pietsch, Knaus, (Künstler-Monographien XI), Bielefeld/Leipzig 1896; Thieme-Becker 20 (1927), S. 570-574; Ausst.-Kat. Ludwig Knaus 1829-1910, Wiesbaden/Kassel/Düsseldorf 1979/80; Bruckmann 1997-1998 2, S. 250-254


Letzte Aktualisierung: 23.06.2020


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