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Gefangenentransport nach der Einnahme von Metz 1870


Inventar Nr.: 1875/1637
Bezeichnung: Gefangenentransport nach der Einnahme von Metz 1870
Künstler / Hersteller: Louis Kolitz (1845 - 1914)
Datierung: 1872
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 102,5 x 157,5 cm (Bildmaß)
Beschriftungen: Signatur: bez. u.r.: 1872 L. Kolitz. Df.


Katalogtext:
Ein Zug gefangener französischer Soldaten in Zuavenuniform bewegt sich auf regennasser Straße entlang der Stadtbefestigung auf einen Höhenzug im Hintergrund zu. Am Ende des Zuges kümmert sich ein deutscher Soldat um einen zusammengebrochenen Gefangenen. Ein toter Franzose liegt im Vordergrund rechts am Straßenrand. Vor der hellsten Himmelzone hebt sich im Gegenlicht eine bildparallel gestellte ruinöse Mauer als tiefdunkle Silhouette ab.
Unter abziehenden Regenwolken, wie sie auch symbolisch als Zeichen eines Schlachtendes zu lesen sind, liegt im Hintergrund links das deutsche Zeltlager, teilweise von Rauch verdeckt.
Kolitz hatte 1870/71 als Landwehroffizier am Feldzug gegen Frankreich teilgenommen und die Kämpfe um Metz und Orléans mitgemacht. Das Bild entstand nach dem Aufenthalt in Paris, wo Kolitz u. a. die Schlachtenmalerei Ernest Meisonniers studierte, dessen Einfluss sich in der unheroischen „realistischen“ Wiedergabe des Kriegsgeschehens und seiner Folgen zeigt. Kolitz’ frühe Darstellungen dieser Art gehören zu den frühen Beispielen einer kritischen Kriegsschilderung in Deutschland. Dabei bleibt Kolitz auch immer Landschaftsmaler, und viele dieser Bilder sind Landschaften mit Kriegsstaffage. Das mehrfach in den Jahren nach seiner Entstehung ausgestellte Bild (1873: Berlin; 1874: Dresden; 1875: Berlin; 1880: Düsseldorf) wird in den zeitgenössischen Ausstellungsbesprechungen vor allem wegen seines koloristischen Elements und seiner atmosphärischen Stimmungshaftigkeit gelobt. Hierin hat Kolitz der Düsseldorfer Schlachtenmalerei entscheidende Impulse gegeben. In den beiden folgenden Jahrzehnten gilt Kolitz vor allem als Meister des landschaftlichen Militärgenres.
Weitere Kriegsszenen: „Befehlsausgabe“ (um 1885), „Kriegsszene im Winter“ (um 1885), „Husarenpatrouille“ (1890) und „Vor der Schlacht bei Leuthen 1757“ (1892).



Literatur:
  • Gronau, Georg; Luthmer, Kurt: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. 2. Aufl. Berlin 1929, S. 42, Kat.Nr. 818.
  • Forster, Peter [Hrsg.]: Aus dem Neunzehnten. Von Schadow bis Schuch. Museum Wiesbaden. Ausstellung 13.11.2015-22.5.2016. Petersberg 2015, S. 423-428.
  • Michalski, Sergiusz: War imagery between the crimean campaign and 1914. In: Bourke, Joenna [Hrsg.]: War and Art (2017), S, S. 65.


Letzte Aktualisierung: 15.12.2020


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