(ohne Abbildung)


Vor der Schlacht bei Leuthen


Inventar Nr.: AZ 264
Bezeichnung: Vor der Schlacht bei Leuthen
Künstler / Hersteller: Louis Kolitz (1845 - 1914)
Datierung: 1892
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug: Schlesien, Leuthen
Material / Technik: Leinwand
Maße: 165 x 254 cm (Bildmaß)
Leihgeber: Stadt Kassel, Städtische Kunstsammlungen
Beschriftungen: Signatur: bez. u.r.: L. Kolitz 1892 (letzte Ziffer undeutlich)
verso auf dem Keilrahmen: K 29 (f. d. ..... 11)
verso auf dem Keilrahmen Klebezettel: Sächsischer Kunstverein zu Dresden 889
verso auf dem Keilrahmen Stempel: Der Oberbürgemeister der Stadt Kassel; Städt. Kunstbesitz Kassel Inventar Nr. 264; Geprüft RPA Revisor


Katalogtext:
Im Unterschied zu Adolph von Menzels Fassungen des – selten aufgegriffenen – Themas wählt Kolitz als Bildvorwurf nicht die Ansprache Friedrichs II. an seine Generale, sondern wohl den Zeitpunkt danach, ihre Lagebesprechung. Schwerpunkt ist so gerade nicht die Darstellung der Führerpersönlichkeit des Königs: dieser ist hier zur Seite getreten; die Komposition ist auf einen seiner Generale ausgerichtet, der – unverdeckt und in denkmalhaft-starrer Pose – von einem Halbkreis von Zuhörern umgeben ist.
Gegenüber Menzels Fassungen hat Kolitz zugleich mehr Gewicht auf erzählerische Details gelegt: links vorne ein Feuer mit Kessel, im Hintergrund ein Fachwerkgebäude, davor ein Tisch mit Schlachtplänen, rechts der weite Ausblick in die Winterlandschaft mit Infanteriezügen.
Konnte Kolitz in seinen Darstellungen des deutsch-französischen Krieges eigene Erfahrungen umsetzen, so vermittelt diese großformatige Gemälde den Eindruck, als habe er mit dem historisch weiter zurückliegenden Thema ein ihm eigentlich fremdes Sujet aufgegriffen. Vielleicht resultiert hieraus die für Kolitz in dieser Zeit eigenartig spröde Malweise und steife Komposition, in der etwa die Bäume links ebenso „stramm“ zu stehen scheinen wie der Soldat am linken Bildrand. Zusammen mit den Abweichungen von der Bildtradition lässt sich aber auch an ein grundsätzliches Ressentiment gegenüber dem dargestellten Sujet preußischer Militärgeschichte vermuten.



Literatur:
Nowotny, S. 120ff.


Letzte Aktualisierung: 30.07.2021


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