Die Christianisierung des Nordens, Wandentwurf für das Hamburger Rathaus



Die Christianisierung des Nordens, Wandentwurf für das Hamburger Rathaus


Inventar Nr.: AZ 4446
Bezeichnung: Die Christianisierung des Nordens, Wandentwurf für das Hamburger Rathaus
Künstler / Hersteller: Louis Kolitz (1845 - 1914)
Datierung: 1899
Objektgruppe:
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 21 x 59 cm (Bildmaß)
Leihgeber: Stadt Kassel, Städtische Kunstsammlungen
Beschriftungen: Signatur: bez. u.r.: L. Kolitz. Cassel 1899
verso Stemepl: Zollamt Hauptgüterbahnhof Kassel; INVORRECHTEN EN ACCIJNZEN POST EERBEEK
verso auf dem Keilrahmen Klebezettel: 2; Komposition Hamburger Rathaus Nr. 6


Katalogtext:
Der Entwurf für das 1899 eingeweihte neue Rathaus in Hamburg ist in Kolitz’ Werk ein spätes Beispiel christlicher Historienmalerei und zugleich Hinweis auf sein kontinuierliches Interesse an monumentalen Aufgaben, Für den „Öffentlichen Wettbewerb für die Wandgemälde des großen Saales“ vom 04.03.1899 entschied er sich – wie Hermann Knackfuß (vgl. dessen Entwurf, gleichfalls im Besitz der Neuen Galerie, Inv. 1875/1523) – für das Thema „Die Christianisierung des Nordens“. Das Preisgericht entschied sich am 15.07.1899; den beiden Kasseler Malern fiel kein Preis zu (Freundlicher Hinweis von Herrn Wagner, Staatsarchiv Hamburg an Herrn Dr. Schmidberger).
Durch die in neutralem Braun angedeutete Holzvertäfelung in der Bildmitte wird die in düsteren Farben skizzierte vielfigurige Szene in zwei Hälften geteilt. Im Unterschied zur Fassung Knackfuß’ ist die Szene ikonographisch nicht eindeutig. Möglich erscheint eine Deutung als Begegnung des Bonifatius mit Willibrord. Rechts wäre dann die Landung des mit Kreuzstab ausgestatteten Bonifatius in Friesland vor einer stürmischen Meeresküste dargestellt, links eine Gruppe bereits christianisierter Germanen mit Willibrord als Bischof in ihrer Mitte. Vor dem nachtblauen Himmel schwebt eine Schar von Engels- und Puttengestalten mit Fackeln den Ankommenden entgegen.
Gerade der Vergleich mit Knackfuß lässt Kolitz’ Entwurf weniger als Darstellung im Sinne eines sich um „Präzision“ bemühenden Historismus erscheinen, denn als irreale Lichtinszenierung.




Letzte Aktualisierung: 15.12.2020


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