Porträt Kurprinzessin Auguste von Hessen-Kassel



Porträt Kurprinzessin Auguste von Hessen-Kassel


Inventar Nr.: 1875/1628
Bezeichnung: Porträt Kurprinzessin Auguste von Hessen-Kassel
Künstler / Hersteller: Friedrich Bury (1763 - 1823), Künstler
Dargestellt: Auguste Kurfürstin von Hessen-Kassel (1780 - 1841), Dargestellt
Datierung: 1808
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 87 x 63,7 cm (Bildmaß)
Beschriftungen: Signatur: bez.u.l.: F.Bury 1808
verso auf dem Keilrahmen Klebezettel: -? - meiner lieben Tochter Elsa. 20 Aug. 1890 Bertha von Radowitz


Katalogtext:
Halbfigur in weißem Kleid und, entsprechend den Farben Hessens, rotem über den Kopf gezogenen Schal, der von einem bestickten Stirnband gehalten wird. Ihre Rechte hält das geraffte Schalende, während sie mit der Linken in Schulterhöhe in den Schal greift. Um den Hals trägt sie eine Perlenkette. Der Hintergrund ist angefüllt mit phantastischen, insektenartigen Ungeheuern, die, symmetrisch angeordnet, aus Flammen emporsteigen.
Kurprinzessin Auguste (Potsdam 1780-1841 Kassel), Tochter König Friedrich Wilhelms II. von Preußen, heiratete in Berlin 1797 den späteren Kurfürsten Wilhelm II. von Hessen-Kassel. Als Kurprinzessin protegierte sie zahlreiche hessische Künstler und malte auch selbst. Sie ließ sich nach 1806 in Berlin von Bury in der Malerei unterrichten. Bury begleitete sie im Entstehungsjahr des Bildes 1808 auf einer Reise nach Dresden. In Karlsbad traf er J. W. v. Goethe, der im Juli auf Vermittlung Burys das Widmungsgedicht "Einer hohen Reisenden" für die Kurprinzessin verfasste. "Es sollte in der Mitte eines Großen Blattes kalligraphiert, mit dem bilderreichsten Rahmen eingefasst werden, die Gegend darstellend, durch welche sie gereist, die Gegenstände, denen sie die meiste Aufmerksamkeit zugewendet hatte. Eine ausführliche Skizze ward erfunden und gezeichnet" (J.W.v. Goethe, Tag- und Jahreshefte 1808). In der ersten Strophe des Gedichts finden sich Vorstellungen, die mit dem Porträt übereinstimmen: "Wohin Du trittst, wird uns verklärte Stunde, / Dir leuchtet Klarheit frisch vom Angesicht, / Vom Auge Gutheit, Lieblichkeit vom Munde, / Aus Wolken dringt ein reines Himmelslicht. / Er drängt, er droht, jedoch er schreckt dich nicht..."
Das kalligraphierte Blatt mit den Rahmenbildern Burys ist bisher nicht aufgefunden worden. Vermutlich gehörte dazu ein dem Kasseler ähnliches Porträt. Die Ungeheuer im Hintergrund bedeuten wohl Revolution, Vertreibung und Welteroberung. Auguste war 1806 mit der kurfürstlichen Familie durch Napoleon aus Kurhessen vertrieben worden.
Bury porträtierte sie mehrmals: als Malerin, die Sixtinische Madonna kopierend (vgl. M 2003/3), lebensgroß stehend mit ihrer Schwester Wilhelmine und ihrer Tochter Marie, datiert 1810, und im Sessel sitzend, im Hintergrund eine Ansicht von Kassel, datiert 1818, beide in Schloss Elisabethburg, Meiningen.
Eine von Auguste selbst gemalte Kopie des Kasseler Porträts ist im Musikzimmer der Kurhessischen Hausstiftung, Schloss Fasanerie bei Fulda ausgestellt.



Literatur:
  • Museen der Stadt Hanau [Hrsg.]; Klassik Stiftung Weimar [Hrsg.]: Der Maler Friedrich Bury (1763 - 1823). Goethes "zweiter Fritz", Klassik Stiftung Weimar. Ausstellung 1.5. - 21.6.2013, Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe. Ausstellung 20.8. - 20.10.2013. Berlin/München 2013, S. 108, 140, Kat.Nr. 71.
  • Manfred Pix: Johann Christian Reinhart (1761-1847). Eine Dokumentation in Wort und Bild. Band 4. Neustadt an der Aisch 2020, S. 198.

Siehe auch:


  1. M 2003/3: Kurprinzessin Auguste die Sixtinische Madonna kopierend


Letzte Aktualisierung: 19.01.2021


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