Porträt der Gräfin Louise Bose als Kind



Porträt der Gräfin Louise Bose als Kind


Inventar Nr.: AZ 37
Bezeichnung: Porträt der Gräfin Louise Bose als Kind
Künstler / Hersteller: August von der Embde (1780 - 1862), Maler/in
Dargestellt: Louise Wilhelmine von Bose (1813 - 1883), Dargestellt
Datierung: 1820
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 111,5 x 80,5 cm (Bildmaß)
Leihgeber: Stadt Kassel, Städtische Kunstsammlungen
Beschriftungen: Signatur: bez. u.l. (auf einem Stein): Embden fec 1820.
verso auf dem Keilrahmen Stempel: Städt. Kunstbesitz Kassel Inventar Nr. 37
verso auf dem Rahmen Klebezettel: 458.
verso auf dem Rückseitenschutz Klebezettel: Fa. Hasenkamp Haus der Kunst 8000 München 22 Ausstellung: Die Kunst des Biedermeier


Katalogtext:
Ganzfiguriges Porträt des blonden Mädchens in weißem, hochgegürtetem Kleid, den modischen Schutenhut über den rechten Arm gehängt und eine Taube im linken Arm haltend. Sie sitzt auf einem Felsblock in einer romantischen Parklandschaft, den Blick dem Betrachter zugewandt. Der Typus dieses Porträts, dessen Landschaft durch die antikische Architektur zum romantischen Stimmungsträger wird, steht in der von England beeinflussten Bildnistradition des späten 18. Jh. Die Taube, halb spielerisches, halb allegorisches Attribut, erhöht den sentimentalen Ausdruck. Im Gegensatz dazu steht die botanisch genaue Wiedergabe der Blumen und Pflanzen im Vordergrund, die bereits auf den Detailrealismus der bürgerlichen Porträtmalerei des Biedermeier weist, wie ihn auch Friedrich Wilhelm v. Schadows Gemälde seiner beiden Kinder, datiert 1830 (Kunstmuseum Düsseldorf Inv.-Nr. M 1977-1), zeigt.
Dargestellt ist die etwa siebenjährige Louise Gräfin Reichenbach-Lessonitz (1813-1883), älteste uneheliche Tochter des damaligen Kurprinzen Wilhelm, des späteren Kurfürsten Wilhelm II. von Hessen-Kassel und der Emilie Ortlepp. Noch im Berliner Exil geboren, verbrachte Louise ihre Jugend in Kassel und zog 1831 mit den Eltern nach Hanau. 1845 heiratete sie Carl August Reichsgraf von Bose (1814-1887) und lebte in Frankfurt/Main, Wiesbaden und Baden-Baden, wo sie 1883 starb. Ihr beträchtliches Vermögen vermachte sie der Wissenschaft - der Senckenbergschen Gesellschaft in Frankfurt/Main und den Universitäten Marburg, Jena und Berlin. Ihre umfangreiche Kunstsammlung, die Gemälde, Schmuck, Porzellan und Möbel umfasste, stiftete sie zusammen mit einer dafür vorgesehenen Villa in der nach ihr benannten Luisenstraße ihrer Heimatstadt Kassel. Diese Sammlung bildete den Grundstock der Städtischen Kunstsammlungen Kassel.



Literatur:
  • Heinz, Marianne; Lysko, Sylvia [Bearb.]; Küster, Bernd [Hrsg.]: Neue Galerie. Meisterwerke. Kassel [u. a.].
  • Gerkens, Dorothee u. a. [Bearb.]; Bungarten, Gisela [Hrsg.]: Die Kunst zu sammeln. Die Städtische Kunstsammlung in Kassel. 2018.


Letzte Aktualisierung: 15.12.2020


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