Ritter Bertram



Ritter Bertram


Inventar Nr.: AZ 192
Bezeichnung: Ritter Bertram
Künstler / Hersteller: J. M. Kumpe (1. Hälfte 19. Jhd)
Datierung: um 1838
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 67 x 54,3 cm (Bildmaß)
Leihgeber: Stadt Kassel, Städtische Kunstsammlungen
Beschriftungen: Signatur: bez. l.R.: M Kumpe (MK ligiert)
verso auf dem Keilrahmen: (LXXVI A)


Katalogtext:
Halbfigur eines Ritters in Kettenhemd, rotem Wams und Mantel. Mit der behandschuhten Rechten hält er ein Schwert vor seiner Brust.
Kumpe stellte 1841 im "Verein zur Beförderung der bildenden Kunst" in Kassel ein Gemälde mit dem Titel "Bertram aus Robert der Teufel" aus, das wohl mit dem vorliegenden identisch ist.
Die französische Sage von Robert dem Teufel fand zuerst im 13. Jh. ihre literarische Fassung. Der dem Teufel gelobte Sohn des Normannenherzogs beging die furchtbarsten Verbrechen, bis ihn seine Mutter zur Umkehr bewegen konnte. In Rom büßte er für seine Schuld und erlangte die Gnade Gottes. Über das französische Volksbuch, die ältesten Drucke erschienen 1496 und 1497, gelangte der Stoff in der Romantik in Frankreich, Deutschland und England zu neuem Leben.
Die Gestalt Bertrams findet sich im Text von Germain Delavigne und Eugène Scribe zu Giacomo Meyerbeers Oper (1827/30), die ein Welterfolg wurde. Bertram ist der Vertreter des bösen Prinzen, ein Dämon der Hölle, der, um dem Himmel zu trotzen, mit einer irdischen Frau einen Sohn zeugt, Robert, den er der Hölle zuführen muss. Doch Vaterliebe bringt ihn mit diesem Gebot in Konflikt. Der Widerstreit von dämonischer Natur und menschlicher Neigung ist ein typisches Motiv der Romantik. Meyerbeers Oper "Robert der Teufel" wurde 1834 in Kassel aufgeführt. Möglicherweise handelt es sich bei dem Gemälde Kumpes um das Bildnis eines Kasseler Sängers in der Rolle des Bertram.



Literatur:
Ahnert I, Nr. 76; H. Tardel, Die Sage von Robert dem Teufel in neueren deutschen Dichtungen und Meyerbeers Oper, (Forschungen zur neueren Literaturgeschichte 14), Berlin 1900; Kramm 1935, S. 46; Lebe 1964, S. 195


Letzte Aktualisierung: 15.12.2020


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