Christus als Gärtner (Noli me tangere)



Christus als Gärtner (Noli me tangere)


Inventar Nr.: 1875/817
Bezeichnung: Christus als Gärtner (Noli me tangere)
Künstler / Hersteller: Friedrich Wilhelm Müller (1801 - 1889)
Datierung: um 1822
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 173 x 129 cm (Bildmaß)
Beschriftungen: Signatur: bez.r.(auf den Stufen): FM (monogrammiert)


Katalogtext:
Den Hintergrund der Szene bildet eine weite, südländische Landschaft mit Golgatha und einer Ansicht Jerusalems. Durch ein Spalier mit Rosen und Winden deutlich davon getrennt spielt sich das Geschehen im Vordergrund ab. Hier kniet links Magdalena im Profil, in rotem Kleid und blauem, goldfarbig gefüttertem Mantel, mit ausgebreiteten Armen vor Christus. Dieser, im klassischen Standmotiv rechts neben ihr, weist sie zurück. Christus trägt einen dunkelroten Mantel, der den Oberkörper unbekleidet läßt. Beider Köpfe sind jeweils von einem Nimbus in der Art der Frührenaissance-Malerei umgeben.
Die Komposition kommt stilistisch dem Gemälde "Der Ostermorgen" von Friedrich Overbeck, datiert 1818 (Kunstmuseum Düsseldorf Inv.-Nr. 4236), am nächsten. In seinem Umkreis wurde das Thema wiederholt von zahlreichen Künstlern dargestellt: so z. B. von Johann Anton Ramboux (Kunstmuseum Düsseldorf Inv.-Nr. F P 5898) oder Victor Emil Janssen (Hamburger Kunsthalle Inv.-Nr. 41230). Schon im Barock haben Gabriel Metsu 1667 (Kunsthistorisches Museum Wien Inv.-Nr. 6044) und Federico Barocci 1590 (Alte Pinakothek München Inv.-Nr. 494) das Thema in vergleichbarer Weise gestaltet. Müllers Gemälde weist mit den beiden Barockgemälden einige Gemeinsamkeiten auf: etwa in der Darstellung von Golgatha und der Stadt Jerusalem im Hintergrund sowie in der Gewanddrapierung und klassischen Haltung der athletischen Christusgestalt.
Die Datierung des Gemäldes ergibt sich aus einem Brief Johann August Nahls d. J. an seinen Sohn Wilhelm Nahl vom 22.8.1823 (Graphische Sammlung), in dem er von der Ankunft des Gemäldes aus Rom an dem (vermuteten) Standort "beim Kurfürsten auf Wilhelmshöhe" berichtet.



Literatur:
Kat. Kassel 1816, Suppl. V, Nr. 1760; Herzog 1967, o. S., Abb.; Kaiser 1976, S. 19, Abb. 14; Wiegand 1994, Abb. S. 117


Letzte Aktualisierung: 15.12.2020


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