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Schloss Wilhelmshöhe mit dem Habichtswald



Schloss Wilhelmshöhe mit dem Habichtswald


Inventar Nr.: 1875/1460
Bezeichnung: Schloss Wilhelmshöhe mit dem Habichtswald
Künstler / Hersteller: Johann Erdmann Hummel (1769 - 1852)
Datierung: 1799/1800
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug: Kassel, Bergpark, Schloß Wilhelmshöhe, Habichtswald
Material / Technik: Leinwand
Maße: 79,2 x 113,3 cm (Bildmaß)
Beschriftungen: Signatur: bez.u.r.: JH (ligiert)
verso auf dem Rahmen Klebezettel: Thomas de Keijser; Bildnis eines Mannes in den vierziger Jahren, Inv. 1875/1382


Katalogtext:
Im Zentrum des Gemäldes erhebt sich das 1789 vollendete Schloss Wilhelmshöhe, daneben links im Hintergrund die ebenfalls gerade fertig gestellte Löwenburg inmitten des englischen Landschaftsparks, bekrönt am Horizont mit der Herkulesstatue über dem Oktogon. Die Landschaft ist vom hellen Licht eines vorgerückten Sommernachmittags beleuchtet, wie die langen Schlagschatten der Figuren auf dem Weg im Vordergrund zeigen. Der hohe Baum am rechten Bildrand und der Wasserlauf links sind freie Erfindungen des Malers. Die detaillierte Naturbeobachtung und die Körpermodellierung der Figuren durch Licht und Schatten machen diese Ansicht zu einem bedeutenden Beispiel des frühen Realismus.
Zu den vorbereitenden Skizzen gehört eine Bleistiftzeichnung über zwei Seiten in Hummels Skizzenbuch in der Graphischen Sammlung (GS 1441), die wohl vor Ort entstand. Außerdem bewahrte bis 1945 die Nationalgalerie Berlin ein heute verschollenes Aquarell mit der gleichen Ansicht (B. Dörries, Deutsche Zeichnungen des 18. Jahrhunderts, München 1943, S. 120, 157; G. Hummel, Der Maler Johann Erdmann Hummel. Leben und Werk, Leipzig 1954, Abb. 27), das Bindeglied zwischen der Bleistiftzeichnung und dem Gemälde.
Hummel hatte das Gemälde noch in Kassel Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel zum Kauf angeboten, der dies jedoch ablehnte. So verkaufte er es dem Herzog in Braunschweig, auf dessen Empfehlung hin er dann mit dem preußischen König in Verbindung trat. Da das Gemälde in Georg Hummels Monographie nicht abgebildet ist, galt es offenbar noch in den 1950er Jahren als verschollen.



Literatur:
  • Riesbeck, Johann Kaspar: Briefe eines reisenden Franzosen. Berlin 2013.
  • Haberl, Hildegard (Hg.); Pailhès, Anne-Marie(Hg.): Jardins d'Allemagne. Transferts, théories, imaginaires. Paris 2014.
  • Lulinska, Agnieszka [Konzept und Redaktion]: Parkomanie. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler in Muskau, Babelsberg und Branitz. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn. Ausstellung 14.5.-18.9.2016. München [u. a.] 2016.
  • Cazzato, Vincenzo; Cornaglia, Paolo: Viaggio nei Giardini d'Europa. Da Le Nôtre a Henry James. Venaria Reale 2019.
  • Pix, Manfred: Johann Christian Reinhart (1761-1847). Eine Dokumentation in Wort und Bild. Band 3 Vom Neubegründer der klassischen Landschaftsmalerei zum Mitherausgeber, Autor, Übersetzer und Illustrator des Rom-Almanachs (1800-1810). Neustadt a. d. Aisch 2020, S. 62-63.
  • Barbara und Michael Christ: Friedrich Dehnhardt. Jugend und Lehrjahre des königlichen neapolitanischen Gartendirektors, in: Die Gartenkunst, 32. Jg., Heft 2, S. 260.


Letzte Aktualisierung: 27.05.2021


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